Sparkassen-Versicherung Sachsen - Reisemobile vor Diebstahl schützen

Wohnwagen und Wohnmobil gegen Einbruch und Diebstahl sichern

von • 05.07.2018 • Allgemein, TippsComments (0)811

Deutschland geht in Urlaub – und immer mehr Deutsche setzen auf Natur, Entschleunigung und Freiheit beim Reisen. Der Trend zur Campingrepublik macht rollende Feriendomizile immer beliebter, leider auch bei Dieben.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzeichnet von 2015 auf 2016 einen Anstieg bei Wohnmobildiebstählen von 18,5 Prozent. Bei Wohnwagen waren es sogar 43,5 Prozent. Lt. polizeilicher Kriminalstatistik geht die Zahl der Fälle von Einbruchdiebstählen in Fahrzeuge zurück. Hier werden allerdings Campingfahrzeuge nicht gesondert ausgewiesen.

Wer im Urlaub keine bösen Überraschungen erleben will, dass sein Reisemobil gestohlen oder ausgeraubt wird, sollte prinzipiell einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Gerade Neu-Wohnmobilisten fehlt es hier oftmals noch an Erfahrungswerten. Deshalb haben wir einige Tipps zusammengetragen:

Allgemeiner Sicherheitstipp für ein sicheres Abstellen des Reisemobils:

  • Vorausschauendes Parken

Überwachte Parkplätze und Stellplätze mit Sicherheitsdienst strapazieren zwar die Urlaubskasse mehr. Dafür bieten sie sichere Übernachtungen, auch bei Entdeckertouren auf Städtereisen. Besonders in Großstädten rät die Polizei solche Plätze zu nutzen. Auf Campingplätzen sind gut einsehbare Stellflächen die bessere Alternative zur Abgeschiedenheit mit Sichtschutz. Denn Hecken, Zäune, Bäume machen es Langfingern einfacher, unbemerkt zu stehlen.

Die meisten Einbrüche und Diebstähle passieren zu Urlaubszeiten und beim Abstellen auf Autobahnrastanlagen. Gerade dort sind oft organisierte Banden meistens nachts unterwegs, die anschließend schnell mit der Beute verschwinden können. Tagsüber sind große Parkplätze vor Supermärkten oder Sehenswürdigkeiten sehr beliebt.

Freies Übernachten unterwegs wo es einem gefällt – das ist der Inbegriff des Campings. In Städten sollte man  bevorzugt an beleuchteten Orten mit anderen Wohnmobilen oder Häusern in der Nachbarschaft parken. Dazu zählen beispielsweise auch Tankstellen oder andere Einrichtungen, die die gesamte Nacht geöffnet haben.

Sicherungsmaßnahmen gegen Diebstahl des Reisemobils:

  • Rad- oder Parkkrallen

Zu den bewährtesten, einfachsten und auch günstigsten Maßnahmen gegen Fahrzeugklau zählen Park- oder Radkrallen. Dieser effektive Diebstahlschutz ist in kurzer Zeit am Rad angebracht und in der Anschaffung erschwinglich. Solche Krallen machen Dieben das Klauen nicht nur sehr schwer, sie wirken auf viele Diebe abschreckend. Bei Wohnwagen gibt es zwei Maßnahmen, die man ergreifen sollte. Zum einen hilft ein Kupplungsschloss gegen widerrechtliches Anhängen des Wohnwagens. Zum anderen erschweren Radkrallen oder Stützenschlösser den Dieben das Wegschleppen erheblich.

  • Tracking- bzw. Ortungssysteme

Das Wohnmobil ist wie vom Erdboden verschwunden – der Albtraum für seinen Besitzer. Um die Chance zu erhöhen, das Gefährt zurückzubekommen, helfen Ortungssysteme. Es gibt „Stand-Alone“-Geräte unterschiedlichster Preisklassen und Funktionsweisen, die ausschließlich über den Standort des Fahrzeugs informieren. Zudem sind im Fachhandel Alarmanlagen erhältlich, die mit einem Ortungssystem aufgerüstet werden können und zusätzlich zum Aufenthaltsort auch über den Status der Alarmanlage Bericht erstatten.

Sicherungsmaßnahmen gegen Einbruch in das Reisemobil:

  • Keine Wertgegenstände sichtbar zeigen

Wertgegenstände sollten versteckt werden, um Kleinkriminellen kein Motiv für das Eindringen zu geben. Denn jeder Einbruch führt neben dem Verlust persönlicher Dinge oftmals auch zu Schäden am Fahrzeug. Also Handtaschen, Geldbörsen und Elektronikgeräte selbst bei kurzen Einkaufstouren niemals von außen sichtbar im Fahrzeug zurücklassen. Andere Wertgegenstände wie Schmuck sollte man möglichst gar nicht im Wohnmobil mitführen. Diskutiert wird immer wieder, das leere Handschuhfach so zu öffnen, dass es von außen einsehbar ist. Das signalisiert: Hier gibt es nichts zu holen. Dieser Tipp wird vor allem empfohlen, wenn man im Ausland unterwegs ist. Bargeld und Pässe sind gut – auch nachts – am Körper oder in Griffweite aufgehoben.

  • Zusatzschlösser, Alarmanlagen, Bewegungsmelder und Kamerasysteme

Kriminelle kennen die Schwachstellen der Campingfahrzeuge, die der Leichtbauweise und Komfortgründen geschuldet sind. Kunststofffenster in leichten Rahmen, Ausstell- und Schiebefenster, sowie Leichtbautüren sind ein Klacks für sie. Gleiches gilt für Klappen zu Stauräumen und Garage sowie Dachluken, die über die Heckleiter erreicht werden können. Hier helfen mechanische und elektronische Einbruchssicherungen wie Zusatzschlösser und Alarmanlagen, die es in ganz unterschiedlichen Ausführungen auch zum Nachrüsten gibt.

Je nachdem, wieviel Geld man ausgeben möchte, können z. B. Bewegungsmelder mit Türsensoren gekoppelt werden. Besonders effektiv sind Alarmanlagen, die sich beim gewaltsamen Öffnen durch eine laute Sirene bemerkbar machen und so den Eindringling – hoffentlich – vertreiben.

Laut ADAC haben aber auch schon einfache, mechanische Türsicherungen eine hohe abschreckende Wirkung. So gibt es zum Beispiel Zusatzriegel, die sich von außen über die Tür schieben lassen. Einen zusätzlichen Schutz bieten auch Sicherheitsketten, die sich von Beifahrer- zu Fahrertür spannen lassen.

Hemmend können darüber hinaus auch Strahler mit Bewegungsmelder oder ein Kamerasystem wirken. High-End-Lösungen übertragen Kamera-Bilder automatisch via WLAN auf einen Rechner oder das Smartphone.

Kosten und Nutzen abwägen

Welche Systeme zum Einsatz kommen sollten und wieviel Geld man für die Sicherheit ausgeben will, entscheidet letztlich die Gesamtsituation: vom heimischen Stellplatz über den Urlaubsstellplatz bis hin zum Urlaubsort selbst.

Gleiches gilt für den Umfang des Versicherungsschutzes. Hier gilt: Kfz-Haftpflicht muss – Kasko sollte sein. Mit der Haftpflicht sind durch das Reisemobil beziehungsweise dessen Fahrer verursachte Personen-, Sach- und Vermögensschäden umfassend versichert.

Eine zusätzliche Kaskoversicherung deckt Schäden am eigenen Fahrzeug ab. Die Teilkasko leistet, wenn das Wohnmobil infolge von Feuer, Diebstahl oder Naturgewalten zu Schaden kommt. Auch Zusammenstöße mit Haarwild bzw. je nach Police Tieren aller Art und Glasbruch sind im Versicherungsschutz inbegriffen. Die Vollkasko erweitert den Versicherungsschutz der Teilkasko und leistet Schadenersatz bei selbst verursachten Unfällen sowie bei Vandalismus.

Auch für ein rollendes Zuhause auf Zeit gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Denn wer beispielsweise sein Reisegefährt unverschlossen auf dem Campingplatz stehen lässt und zu einem Schwatz zum Nachbarn geht, kann keinen Schadenersatz geltend machen, wenn ein Klaufix dann das Innenleben plündert oder gleich mit dem gesamten Fahrzeug abdüst.

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