Verbotenes Weihnachtsgeschenk – Kinder-Smartwatches mit Abhörfunktion

von • 23.11.2017 • Allgemein, TippsComments (0)563

Die Bundesnetzagentur hat seit 17.11.2017 den Verkauf und Besitz bestimmter Modelle von smarten Kinderuhren mit integrierter Abhörfunktion verboten. Das Problem: Diese Funktion ermögliche es, unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören und an ein Empfangsgerät zu senden.

Das ist in Deutschland verboten, weil es laut Bundesnetzagentur eine unerlaubte Sendeanlage darstellt. Deshalb hatte die Behörde Anfang des Jahres schon die Kinderpuppe „My Friend Cayla“ aus dem Verkehr gezogen. Siehe hierzu auch „Vorsicht vor Datenkraken im Kinderzimmer“.

Gedacht sind die Uhren als eine Alternative zum Smartphone für Kinder im Alter von ca. 5 – 12 Jahren. Sie sehen stylisch aus und dienen mit ihren Digitalfunktionen vor allem der Sicherheit. Die integrierte SIM-Karte ermöglicht es den Eltern per GPS-Tracker und entsprechender App zu sehen, wo sich der Nachwuchs gerade aufhält. Auch eingeschränkte Telefonie-Funktionen lassen sich über die App einrichten und steuern.

Die Bundesnetzagentur geht bereits gegen Online-Angebote der Lausch-Modelle vor. Aber nicht nur Verkauf und Kauf dieser Smartwatches sind jetzt verboten, sondern auch ihr Besitz ist strafbar. Eltern, die bereits ein solches Exemplar erworben haben, müssen es nachweislich vernichten. Gleiches gilt für die Verkäufer. Genaue Informationen dazu gibt es auf einem Informationsblatt der Bundesnetzagentur.

Folgende Maßnahmen gelten als Beweis der Vernichtung:
•    Video- oder Fotodokumentation
•    Zeugen
•    quittierte Abgabe bei einem professionellen Entsorgungsunternehmen, die den Vernichtungsnachweis dann führen müssen

Eine Herstellerliste der betroffenen Modelle gibt es z. Z. noch nicht. Man kann sich nur aus der Bedienungsanleitung informieren, ob die gewünschte Uhr einen integrierten Digital-Spion besitzt. Dieser wird auch als „voice monitoring“, „Babyphone-Funktion“ oder „one-way conversation“ bezeichnet. Eine Alternative bietet im Zweifel der Kauf im Fachhandel mit entsprechender Beratung.

Die Sensibilität für das Thema Lauschen wird steigen. Die Bundesnetzagentur rät Schulen, verstärkt auf Uhren mit Abhörfunktion unter ihren Schülern zu achten. Auch wenn man eine vorhandene Abhörfunktion der smarten Kinderuhr nicht nutzt: Schon die reine Möglichkeit dazu fühlt sich für das Kind (sofern es alt genug ist, das zu begreifen) und seine Umgebung z. B. die Schule, unangenehm an und erzeugt Misstrauen. Wer möchte schon potentiell belauscht werden.

Es dürfte also nichts bringen, verbotene Exemplare weiter zu nutzen in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden. Auch wenn die Vernichtung des teuren Stücks ärgerlich ist. Um Kindertränen zu trocknen, die sich ggf. von ihrem geliebten und coolen Alltagsbegleiter verabschieden müssen, bietet sich vielleicht das Weihnachtsfest an, um einen ebenso schicken aber gesetzeskonformen Ersatz zu beschaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.