Schimmel durch falsches Lüften ist nicht versichert

von • 02.03.2018 • Allgemein, TippsComments (0)973

Sind die Temperaturen eisig, ist es wichtig, die Wohnung nicht nur richtig zu heizen sondern auch regelmäßig zu lüften. Ohne ausreichende Lüftung findet kein Luftaustausch statt. Verbleibt die feuchte Luft längere Zeit in den Räumen, droht Schimmelbefall. Schimmel ist eklig und vor allem gesundheitsschädlich.

Die Bildung von Schimmelpilzen ist ein zunehmendes Problem unserer Gesellschaft. Um Energie zu sparen, sind viele Häuser baulich durch Dämmung und superdichte Fenster hermetisch abgeriegelt. Sie können nicht mehr „atmen“. Gibt es kein System für eine kontrollierte Wohnraumlüftung, muss diese zuverlässig manuell erfolgen.

Der Mensch sorgt für Feuchtigkeit

Feuchtigkeit in Wohnräumen wird vor allem durch den Menschen – direkt oder indirekt – erzeugt. Ein Mensch transpiriert ungefähr eineinhalb Liter Feuchtigkeit pro Tag in seine Umgebung. Beim Kochen, Waschen und Duschen entsteht zusätzlich jede Menge Wasserdampf. In einem Vier-Personen-Haushalt fallen täglich rund zwölf Liter an. Besonders gefährdet sind in der Wohnung das Badezimmer, die Küche und das Schlafzimmer. Feuchte Luft sollte also möglichst schnell wieder aus den Räumen befördert werden.

Anti-Schimmel-Formel: Lüften, Heizen, Möbel stellen

Das richtige Anti-Schimmel-Raumklima entsteht vor allem durch das Zusammenspiel aus Heizen und Lüften. Die Luftfeuchtigkeit in Wohnungen sollte bei kalter Witterung 40-50 Prozent und in milden Zeiten der Heizperiode 50- 60 Prozent nicht überschreiten. Messen lässt sie sich mit einem Hygrometer.

Expertenempfehlungen zum Lüften für einen optimalen Luftaustausch

  • allgemein drei- bis viermal täglich kurze Lüftungsphasen von etwa fünf bis zehn Minuten
  • bei einer Querlüftung, also dem Öffnen gegenüberliegender Fenster und Türen, sind zwei bis drei Minuten pro Lüftungsvorgang notwendig, um den nötigen Luftaustausch zu erreichen
  • bei der Stoßlüftung, der Öffnung des Fensters bei geschlossener Tür, fünf bis sieben Minuten
  • je kälter die Außentemperatur, desto kürzer sollte gelüftet werden – minimal aber fünf Minuten
  • je schlechter das Haus gedämmt und je größer die Bewohnerzahl ist, desto häufiger sollte man lüften
  • dauerhaft gekippte Fenster verschwenden unnötig Energie, außerdem kann sich an den Fensterwänden Feuchtigkeit niederschlagen
  • Heizkörper während des Lüftens abstellen – die frische, sauerstoffreiche Luft wärmt sich anschließend schnell wieder auf
  • bei innen liegenden Bädern oder Küchen ist es wichtig, dass die Lüftungsanlage immer einwandfrei funktioniert

Expertenempfehlungen für effizientes Heizen

  • In Wohnräumen und Küche sollten um die 20 Grad, im Bad 21 Grad, im Schlafzimmer 18 Grad tagsüber und ca. 15 Grad nachts erreicht werden.
  • Die Heizung auch beim Verlassen der Wohnung nie ganz ausschalten, lieber nach unten regulieren.
  • Werden Zimmer unterschiedlich beheizt, sollten die Zimmertüren geschlossen sein.

Was ist die richtige Position der Möbel?

Vor allem wenn Möbel an Außenwänden platziert werden, sollte ein Abstand von 10 cm zur Wand, mindestens jedoch 5 cm eingehalten werden. Die Faustregel zu richtigen Position der Möbel ist also immer mindestens die Breite einer Hand. Das Gleiche gilt für Vorhänge und Gardinen. Nur so kann die Luft ausreichend zirkulieren. Schimmelgutachter raten sogar, in Altbauten (vor etwa 1985) möglichst überhaupt keine großen Schränke an Außenwänden aufzustellen.

Versicherung übernimmt nur Folgeschäden

Schimmelbildung ist ein häufiger Zankapfel zwischen Vermieter und Mieter. Oft ist ein falsches Nutzungsverhalten der Bewohner die Ursache. Natürlich können auch Baumängel ursächlich sein. Oftmals liegt beides zugrunde. Für Schimmelbeseitigung und -sanierung greift in der Regel keine Versicherung.

Die Wohngebäude- und die Hausratversicherung zahlt schimmelbedingte Schäden nur, wenn es sich um Folgen aus Leitungswasserschäden oder Überschwemmungen handelt. Da hier meist einige Zeit vergangen ist, bis der Schimmel entdeckt wird, ist die genaue Feststellung der Ursache schwierig. In der Regel muss dann ein Sachverständiger hinzugezogen werden.

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