Elementarschäden durch Naturgefahren: Teil 1 – Richtig versichert

von • 16.11.2017 • Allgemein, TippsComments (0)582

Nicht nur die zwei schweren Unwetter im Oktober dieses Jahres haben gezeigt, dass extreme Wetterereignisse aufgrund des Klimawandels auch in Deutschland zunehmen. Naturgefahren wie Starkregen, Hagel, Stürme, Hochwasser aber auch jetzt im anstehenden Winter Schneedruck treten häufig in ungeahntem Ausmaß und mit geringer Vorwarnzeit auf. Jeder kann immer und überall betroffen sein.

Elementarschäden sind teuer
Wird das Dach abgedeckt oder das Haus überflutet, sind die Folgen meist kostspielig. Vielen ist nicht bewusst, dass sie gegen solche Elementarschäden nicht ausreichend versichert sind, denn die Wohngebäudeversicherung und die Hausratversicherung decken nicht alle Naturgefahren ab.

Mit der Wohngebäudeversicherung ist das Gebäude gegen Schäden durch Feuer, Sturm, Blitzschlag und Hagel versichert. Bei Wasserschäden zahlt die Versicherung nur die, die durch Leitungswasser verursacht werden. Der gleiche Schutz greift mit der Hausratversicherung für den Inhalt des Gebäudes, also den Hausrat.

 

Empfohlener Schutz
Die Elementarschaden-Versicherung schließt die Lücke zu den Naturgefahren, die von der Gebäude- und Hausratversicherung nicht abgedeckt werden. Dazu zählen Hochwasser, Überschwemmung, Rückstau, Starkregen, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüche. Eine Elementardeckung lässt sich – auch in bestehende Gebäude- und Hausratversicherungen – als Zusatzbaustein einschließen.

Im Schadensfall trägt die Elementarversicherung:

•    anfallende Reparaturkosten, um Schäden zu beheben

•    den Wiederbeschaffungswert des zerstörten Hausrates

•    bei einem Totalschaden finanziert sie den Neubau des Hauses in gleicher Art und Güte

Empfehlenswert ist die Police deshalb nicht nur für Hausbesitzer sondern auch für Mieter, denn sie schützt Gebäude und Eigentum. Mieter können bei Schäden durch Elementarereignisse, z. B. die Zerstörung der Gefriertruhe im Keller, von ihrem Vermieter keinen Schadenersatz verlangen und bleiben auf diesen Kosten sitzen.

Der Teufel steckt im Detail
Was genau wie versichert ist, sollte man sich vom Versicherungsfachmann erklären lassen. Denn Begrifflichkeiten der Versicherungsbranche sind für den Laien oft nicht eindeutig beispielsweise die Überschwemmung: Steigt z. B. durch Starkregen oder Hochwasser das Grundwasser an und überschwemmt den Keller oder das Erdgeschoss, sind Schäden durch dieses ansteigende Grundwasser in der Regel nicht versichert. Es sei denn, das Grundwasser tritt an die Oberfläche und überschwemmt auch das Grundstück. Fragen Sie dazu einfach ihren Berater oder ihre Sparkasse vor Ort.

Eigenvorsorge zählt und ist bezahlbar
Generell sind in Sachsen rund 99 % aller Gebäude versicherbar. Im Beratungsgespräch kann man sich auch über spezielle Details wie die Höhe einer Selbstbeteiligung in Risikozonen oder über bestimmte Auflagen wie den Einbau von Rückstauklappen informieren lassen.

Auf staatliche Hilfen sollte man sich übrigens nicht verlassen. Der Freistaat Sachsen zahlt nur, wenn Risiken nicht oder nicht wirtschaftlich vertretbar zu versichern sind. Denn er sieht seine Bürger in der Pflicht, eigenverantwortlich zu handeln und entsprechend vorzusorgen.

Weiterführende Informationen zum Thema Naturgefahren finden Sie dazu auch unter: www.naturgefahren.sachsen.de

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