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Elektrogroßgeräte sind häufigste Brandursache im Haushalt

von • 21.06.2018 • Allgemein, TippsComments (0)772

Jedes Jahr kommt es zu unzähligen Bränden im Haushalt. Doch was sind die häufigsten Ursachen? Das Kieler Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung e.V. (IFS) der öffentlichen Versicherer hat hierzu eine Statistik erstellt.

Etwa ein Drittel aller Brände in Gebäuden entsteht durch Elektrizität. Laut IFS war dies 2017 die häufigste Brandursache. Mit großem Abstand folgt auf Platz zwei menschliches Fehlverhalten. Das verursacht jeden fünften Brand.

Brandursache elektrische Haushaltsgeräte
Die Auswertungen des Institutes zeigen über die Jahre eine stabile relative Verteilung der Brandursachen. Im Detail betrachtet, entpuppen sich die Wäschetrockner in der Häufigkeit als Brandverursacher Nummer Eins. Die weiteren Plätze belegen Kühlgeräte und Geschirrspüler.

Das IFS hat im vergangenen Jahr mehr als 1500 Brandursachenermittlungen durchgeführt. Im Wesentlichen wurden Brände untersucht, die erhebliche Schäden in und an Gebäuden verursacht haben. Die Untersuchungsergebnisse werden in der IFS-Schadendatenbank gesammelt und statistisch ausgewertet. Hieraus resultiert die Brandursachenstatistik, die seit dem Jahr 2002 geführt wird.

Risikofaktoren
„Weiße Ware“ liegt nicht ohne Grund ganz vorn. Darunter versteht man Elektrogroßgeräte, die in fast jedem Haushalt zu finden sind. Dementsprechend groß ist ihre Verbreitung. Einige Faktoren ihrer Bauart und Betriebsweise können die Entstehung von brandauslösenden technischen Fehlern begünstigen:

  • Die Geräte werden mit Netzspannung – in Deutschland also mit 230 Volt – betrieben.
  • Sie haben Heizeinrichtungen.
  • Im Betrieb gibt es Erschütterungen.
  • Im Geräteinneren ist Feuchtigkeit vorhanden.

Gefährlich sind vor allem Knick- und Bruchstellen an Leitungen, wo dann die Isolierung durchgescheuert oder gar angeschnitten ist sowie freiliegende Einzeldrähte an Leitungseinführungen und an schadhaften Steckvorrichtungen. Oftmals entstehen auch durch Feuchtigkeit, Wärme, leitfähigen Staub, gelockerte Teile oder Materialbrüche Schäden an einem elektrischen Gerät.

Diese Defekte können dann Kurzschlüsse, Funken und Schwelbrände verursachen. In manchen Fällen bleibt das Problem (beispielsweise ein Kabelbruch) lange Zeit unbemerkt, bis schließlich ein sichtbares Feuer ausbricht. Aber auch der unsachgemäße Anschluss oder Betrieb der Geräte und Überhitzung können zu Bränden führen.

Wie sich Brände entwickeln können, sehen Sie hier am Beispiel eines Wäschetrockners

Unterschätzte Gefahr Mehrfachsteckdosen
Die Nummer fünf der elektrischen Brandverursacher sind Mehrfachsteckdosenleisten. Hier ist häufig eine Überlastung durch den Anschluss zu großer Verbraucher oder mechanische Beschädigungen durch allzu groben Umgang mit den Steckdosenleisten die Brandursache.

Fernsehgeräte sicherer
Bis vor ein paar Jahren standen Fernseher als Brandverursacher noch ganz weit oben in der Rangliste. Dabei handelte es sich überwiegend um eher störanfällige Röhrenfernseher. Da es diese Modelle mittlerweile in immer weniger Haushalten gibt, ist die Flimmerkiste im Ranking der Geräte auf Platz sechs gerutscht.

Tipps für mehr Sicherheit:

  • Beim Kauf neuer Geräte sollte man darauf achten, dass diese mit seriösen Prüfsiegeln gekennzeichnet sind, mit denen Hersteller Qualität und Sicherheit dokumentieren. Dazu zählen das europäische CE-Zeichen, das deutsche GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit oder das VDE-Prüfzeichen (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik).
  • Gleiches gilt für gebrauchte Geräte. Deren Zustand sollte man überdies kritisch unter die Lupe nehmen.
  • Defekte Geräte sollten nur vom Fachmann repariert und im Zweifelsfall lieber ausgetauscht werden.
  • Vor Gebrauch eines neu gekauften Gerätes sollte die Bedienungsanleitung aufmerksam durchgelesen werden.
  • Große Haushaltsgeräte wie die Wasch- und Spülmaschine sowie einen Trockner möglichst  immer an separaten Wandsteckdosen anschließen.
  • Nur geprüfte Steckdosenleisten verwenden und beim Anschluss von Geräten die Maximalleistung (in der Regel 3.500 Watt) beachten. Steckdosenleisten frei halten (Sofa, Vorhänge etc.)
  • Beim Kauf von Steckdosenleisten darauf achten, ob diese beispielsweise für Feuchträume zugelassen sind.
  • Grundsätzlich sollte man Elektrogeräte nur betreiben, wenn man sich in der Nähe aufhält und einen möglichen Brand schnell bemerken kann. Daher sollte man auf „Stand by“-Funktion der Geräte verzichten.
  • Beim Aufstellen oder Einbauen von Geräten sollte man darauf achten, dass deren eingebaute Luftkühlung nicht behindert wird und die Luft gut zirkulieren kann. Das verhindert eine Überhitzung der Geräte.
  • Auch elektrische Geräte bedürfen der Pflege und sollten in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

Und wenn’s doch brennt …?
Wenn bei aller Vorsicht ein Elektrogerät Feuer fängt, empfiehlt die Feuerwehr, zunächst die Stromzufuhr zu unterbrechen. Ist das Feuer noch klein, kann man es mit einem Feuerlöscher bekämpfen. Ist der Brand nicht zu kontrollieren, sollte man sofort die Feuerwehr alarmieren, die Mitbewohner informieren und das Haus verlassen. Versichert sind Brandschäden über die Hausrat- und die Wohngebäudeversicherung.

Rauchmelder retten Leben
95 Prozent der Brandopfer fallen lt. Feuerwehr nicht den Flammen, sondern dem Brandrauch zum Opfer. Gefährlich vor allem im Schlaf, wenn der Geruchssinn außer Kraft gesetzt ist. Installierte Rauchmelder alarmieren akustisch und retten so Leben.

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