Wenn Surfen im Netz zur Gefahr wird

von • 19.04.2018 • Allgemein, TippsComments (0)727

Ob Computer, Smartphones oder Tablets, im Büro, in der Universität oder zu Hause – eine Cyberattacke kann immer und überall passieren. Internetkriminalität ist heute so alltäglich wie Autodiebstähle oder Wohnungseinbrüche.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ist jeder siebte Deutsche in seinem privaten Umfeld schon einmal Opfer einer Cyberattacke geworden. Gründe dafür waren u. a. Hackerangriffe beim Online-Shopping und Online-Banking, die Weiterleitung auf eine gefälschte Website sowie das Ausspähen von Bankkarten-Daten. Da ist es kein Wunder, dass fast jeder vierte Befragte angab, sich stark oder sogar sehr stark vor einer Cyberattacke zu fürchten.

Einen umfassenden Schutz im Internet gibt es nicht, denn Hacker und Kriminelle sind erfinderisch, um Einfallstore zu finden. Um sich vor solchen Attacken zu schützen, sollte man jedoch die Gefahren kennen und einige Vorkehrungen treffen.

Verdächtige Nachrichten
Am besten, man reagiert auf verdächtige Nachrichten wie Spam-Mails überhaupt nicht und löscht sie ungelesen. Insbesondere präparierte Anhänge und Links sind gefährlich. Eine häufige Betrugsmasche ist das sogenannte „Phishing“. Hier tarnen sich die Betrüger im Internet meist als seriöse Bank, Online-Bezahldienst oder Online-Shopping-Plattformen. Die gefälschten Nachrichten wirken mit Firmenlogos optisch täuschend echt und fordern den Empfänger beispielsweise in einer E-Mail auf, seine Zugangsdaten aus Sicherheitsgründen über einen Link zu aktualisieren. Dann sind die Betrüger in der Lage, auf Kosten ihrer Opfer einzukaufen oder sogar ein gefälschtes Konto anzulegen und den Kreditrahmen auszuschöpfen.

Verletzung der Privatsphäre
Für Opfer von Cyberangriffen geht es nicht immer nur um einen finanziellen Schaden. Bei jedem fünften Befragten wurde schon einmal die Privatsphäre im Internet verletzt. Am häufigsten wurden dabei persönliche Daten missbräuchlich verwendet. Dazu zählen ungewollte Nennungen im Internet und die Veröffentlichung persönlicher Bilder. Möglich sind auch die ungewollte Löschung persönlicher Daten und Cybermobbing.

Wenn persönliche Daten, beispielweise Fotos einer wilden Partynacht, in die falschen Hände geraten oder unfaire Inhalte in sozialen Netzwerken und anderen Internet-Communitys verbreitet werden, kann eine solche Attacke im schlimmsten Fall auch psychische Probleme verursachen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen stellt das ein großes Gefahrenpotential dar, da sie aufgrund ihrer geringen Lebenserfahrung sehr vertrauensselig im Netz unterwegs sind.

Vorkehrungen helfen, um sich zu schützen
Insgesamt gaben 74 % der Befragten an, Vorkehrungen getroffen zu haben, um sich gegen Cyberattacken zu schützen. Besonders technische Lösungen werden laut der YouGov-Umfrage dafür genutzt. Jeder zweite Befragte gab an, eine Schutzsoftware zu besitzen und auf regelmäßige Updates zu achten (50 %). Aber auch eine Firewall (47 %) und Sicherheits-Updates des Betriebssystems (38 %) gehören zu den gängigen Maßnahmen. Empfehlenswert ist es auch, wichtige Daten auf externen Datenträgern zu sichern.

Knackpunkt Passwörter
Passwörter knacken ist heute ein leichtes. Die meisten Menschen verwenden das gleiche Passwort für verschiedene Dienste wie Konto, E-Mail oder Foren. Hacker und Kriminelle wissen das und probieren ein geklautes Passwort quer durch das Internet aus. 80 Prozent aller Internetnutzer verwenden Passworte aus ihrem unmittelbaren Lebensumfeld z. B. den eigenen Namen oder den Wohnort. Beliebt sind auch Passwörter  wie 123456 oder „Passwort“ und „Hallo“. Die Verwendung eines Passwort-Managers hilft, verschiedene und sichere Passwörter zu verwalten. Tipps zur sicheren Passwortvergabe gibt es z. B. beim Bundesamt zur Sicherheit für Informationstechnik.

Wenn man geschädigt wurde
Auch wenn es nicht einfach ist, sollte man bei einer Cyberattacke in erster Linie Ruhe bewahren. Hilfreich können z. B. Screenshots der gefälschten Website sein, um sie – falls vorhanden – der Versicherung vorzulegen. Spezielle Versicherungspolicen gegen Cyberkriminalität ersetzen Schäden, wenn z. B. die Hintermänner eines Online-Betrugs nicht ausfindig gemacht werden können und verlorenes Geld somit nicht eingeklagt werden kann. Gleiches gilt für die Kosten für eine evt. Datenwiederherstellung durch einen Fachmann. Je nach Vertragsgestaltung gelten die Policen für die gesamte Familie.

Prinzipiell ist das Internet jedoch kein rechtsfreier Raum, auch wenn Anonymität kriminelle Handlungen begünstigt. Wer z. B. beim Online-Shoppen geprellt wird, kann sich mit einem Anwalt dagegen zur Wehr setzten. Hier kann eine Rechtsschutzversicherung gute Dienste leisten.

Die Befragung:
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2027 Personen zwischen dem 16. Februar 2018 und 19. Februar 2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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