Gefährliche Situationen beim Baden

von • 06.07.2017 • Allgemein, TippsComments (0)581

Sind Ihre Lieblingsbeschäftigungen im Sommer auch Eis essen, mit Freunden und Familie Grillabende feiern und so oft es geht ins Freibad oder an den See fahren? Gerade an den besonders heißen Tagen freuen sich viele über eine richtige Abkühlung! Aber Vorsicht, denn der Sprung ins kühle Nass ist nicht immer ganz ungefährlich. Eltern sollten besonders auf Ihre Kinder achten, aber auch geübte Schwimmer können schnell Ihre Kräfte im Wasser überschätzen.
Deshalb ist wichtig, zu wissen, wie man sich in verschiedenen Situationen verhalten sollte.

Wieso kann zu kaltes Wasser problematisch werden?

Für den Körper bedeutet es Höchstleistung, wenn wir uns längere Zeit in kaltem Wasser aufhalten. Er muss dafür sorgen, dass unsere Körpertemperatur konstant bleibt. Ist das Wasser zu kalt, wird die Blutversorgung in den Beinen und Armen als erstes reduziert, um die lebenserhaltenden Organe zu schützen. Dadurch kann die Beweglichkeit eingeschränkt werden und wir können unter gehen. Wir neigen außerdem zu Krämpfen, Herzrasen und schneller Atmung. Durch zu viel Kälte wird Adrenalin ausgeschüttet, welches im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit oder Herzstillstand führen kann. Besonders gefährdet sind ältere Menschen oder solche, mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen.

Wie gehe ich am besten ins Wasser?

Für jeden gilt, langsam Abkühlen, bevor es ganz ins Wasser geht. Der Körper kann sich so an den Temperaturwechsel gewöhnen. Beginnen Sie mit Ihren Händen und Füßen, danach einmal ganz untertauchen. Erst wenn Sie die Temperatur als angenehm empfinden, sollten Sie losschwimmen. Beachten Sie auch, dass Sie nicht mit vollem Magen ins Wasser gehen. Ist Ihr Körper noch mit der Verdauung von Essen beschäftigt, kann ein zu großer Temperaturwechsel Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Dadurch besteht die Gefahr, dass Sie unter Wasser ersticken.

Welche speziellen Gefahren gibt es im Wasser?

Besonders häufig unterschätzen Schwimmer Distanzen im Wasser und ihre eigene Leistungsfähigkeit. Wer einmal zu weit weg vom Ufer geschwommen ist, hat bei Erschöpfung kaum noch eine Chance, denn selbst der erfahrenste Schwimmer kommt nicht gegen die eigenen körperlichen Grenzen an. Besonders gefährlich sind fließende Gewässer, denn die zu schwimmende Distanz ist abhängig von der Stärke der Fließströmung. Sie kann deshalb um ein vielfaches länger sein, als die tatsächliche Distanz. Tatsächlich können auch gute Schwimmer in Flüssen oder am Meer bei starken Strömungen soweit abgetrieben werden, dass die Rettungskräfte keine Chance haben, den Abgetriebenen wiederzufinden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich bemerke, dass jemand in Not ist?

Wenn Sie feststellen, dass sich jemand im Wasser in Not befindet, sollten Sie sofort Hilfe holen. Versuchen Sie immer bewachte Badestellen zu nutzen.
Bewachte Strände haben ausgebildete Rettungsschwimmer vor Ort, die schnell und geübt mit Boards und Rettungskanus helfen können. Versuchen Sie nie allein einen Menschen in Not im Wasser zu retten. Ertrinkende sind nicht ansprechbar oder in Panik, nicht selten wehren sie sich sogar und können somit auch den Helfenden gefährden. Ausgebildete Rettungsschwimmer sind für solche Situationen geübt und wissen, was zu tun ist. Ist der Betroffene aus dem Wasser, muss er möglichst warm gehalten werden. Bei Bewusstlosigkeit leiten Sie Wiederbelebungsmaßnahmen ein.

Wie verhalte ich mich, wenn ich merke, dass meine Kräfte mich verlassen?

Wenn Sie beim Schwimmen in freien Gewässern merken, dass Sie Ihre Kräfte verlassen und Erschöpfungserscheinungen auftreten, lassen Sie sich ruhig auf der Wasseroberfläche treiben. Diese Position ist auch als ‚toter Mann‘ bekannt. Dadurch können Sie sich auch bei Erschöpfung oder einem Krampf noch relativ lange über Wasser halten.

Wie verhalte ich mich als Aufsichtsperson von kleinen Kindern im Wasser?

Gerade Kinder lieben meist das Wasser und sollten auch unbedingt darin ausgiebig toben dürfen. Dabei gilt es muss unbedingt immer und zu jeder Zeit eine Aufsichtsperson vor Ort sein! Ein Kind unter drei Jahren, kann bereits ab einer Wassertiefe von fünf Zentimetern ertrinken! Meist geht der Vorgang auch ohne Winken, Spritzen und Schreien vonstatten. Ertrinken ist vielmehr ein sehr leiser Vorgang, weshalb Eltern so oft die Anzeichen zu spät erkennen und Ertrinken zur zweithäufigsten Todesursache bei Kindern zählt.

Generell gilt bei Kindern, Badeunfälle können bereits bei einem kurzzeitigen Ausfall der Sauerstoffversorgung des Gehirns schwerwiegende Folgen haben. Für einen Unfall reichen bei Kindern schon wenige Zentimeter Wasser. Weil sie meist noch einen überproportional großen Kopf besitzen, können sie leichter den Halt verlieren und mit dem Gesicht nach unten ins Wasser fallen. Das kann bei Babys und Kleinkindern bereits in der Badewanne passieren. Sie schaffen es dann nicht, sich von allein wieder hoch zuziehen.
Am Meer sind bereits der Strömungssog und die Brandung direkt am Strand für Kinder gefährlich, die ihnen den Boden unter den Füßen wegzieht. Im Schwimmbad können sie beim Toben ausrutschen und sich den Kopf verletzen. Selbst Schwimmflügel verleihen nur eine falsche Sicherheit, da Kinder, wenn sie umkippen von Ihrem schwereren Kopf unter Wasser gezogen werden und dadurch selbst mit Schwimmhilfe ertrinken.
Fallen Kinder mit dem Kopf zuerst ins Wasser, wird eine Art Schockreaktion im Körper ausgelöst. Diese bewirkt, dass sich die Stimmritze im Rachenraum schließt und das Atmen unmöglich macht. Dieses blockieren der Atmung nennt man auch ‚trockenes Ertrinken‘, da das Kind meist erstickt, ohne einen Tropfen Wasser in der Lunge.

Deshalb, lassen Ihr Kind nie aus den Augen! Nehmen Sie Ihre Aufsichtspflicht ernst und bewegen Sie sich niemals, auch nicht für kurze Zeit von Ihrem Kind weg.

Egal ob am See, im Schwimmbad oder direkt am Meer, genießen Sie Ihre Badeauszeiten diesen Sommer sicher und am besten gemeinsam mit Freunden oder der Familie! Und damit Sie immer wissen, wann das beste Wetter kommt, nutzen Sie unsere MehrWetter-App!

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