Fit für die Steuererklärung

von • 19.05.2017 • Allgemein, TippsComments (0)612

Sind Sie verpflichtet eine Steuererklärung für 2016 abzugeben, haben Sie dafür noch bis zum 31.05.2017 Zeit. Und obwohl längst nicht alle Menschen in Deutschland verpflichtet sind, lohnt es sich doch in den meisten Fällen. Nach einer letzten Messung des Statistischen Bundesamtes für das Veranlagungsjahr 2012 gab es im Schnitt 901 Euro zurück.

Durchschnittlich könnte die Erstattung für das Jahr 2016 sogar noch höher ausfallen, denn ab diesem Jahr wurde der Steuertarif erstmalig so geändert, dass die Inflationsrate ausgeglichen wird. Auch einige Freibeträge, wie der Grundfreibetrag oder der Kinderfreibetrag wurden 2016 erhöht.

Trotzdem empfinden viele Menschen die Regularien bei einer Steuererklärung als zu undurchsichtig. Dazu kommt, dass es den meisten keinen Spaß macht, sich damit auseinanderzusetzen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, sich die Steuererklärung einfach und verständlich zu machen. Wir haben die wichtigsten Fragen für Sie beantwortet:

Bis wann muss ich meine Steuererklärung 2016 abgeben?

Wenn Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, müssen Sie diese bis zum 31. Mai für das Vorjahr abgeben. Auf Antrag gewähren die meisten Finanzämter eine Fristverlängerung bis zum 30. September. Wenn Sie die Steuererklärung von einem steuerlichen Berater erstellen lassen, verlängert sich die Frist bis zum 31. Dezember.
Wenn Sie zu keiner Steuererklärung verpflichtet sind, haben Sie vier Jahre dafür Zeit. In diesem Jahr können Sie zum Beispiel bis zum 31.12.2017 rückwirkend die Steuererklärung für 2013 einreichen.

Wann bin ich zu einer Steuererklärung verpflichtet?

Wenn Folgendes auf Sie zutrifft, sind Sie zur Steuererklärung verpflichtet:
• Sie hatten steuerpflichtige Nebeneinkünfte von über 410 EUR (z.B. aus Vermietung oder Kapitalanlagen)
• Wenn in den „Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen” (ELStAM) Freibeträge eingetragen sind, wie z.B. der Kinderfreibetrag
• Sie und Ihr Ehepartner beziehen beide Arbeitslohn und einer von Ihnen hat Steuerklasse V oder VI oder bei Steuerklasse IV ist der Faktor eingetragen worden
• Sie hatten gleichzeitige Beschäftigungen bei mehreren Arbeitgebern
• Sie erhalten Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- Kranken oder Elterngeld über 410 €
• Sie oder Ihr Partner beantragen die getrennte Veranlagung
• Für Ihre erhaltenen Kapitaleinkünfte sind noch Kapitalertragssteuer oder Kirchensteuer offen
• Das Finanzamt hat bei Ihrem Steuerbescheid für 2015 einen Verlust festgestellt

Wieso kann sich eine freiwillige Steuererklärung lohnen?

Eine freiwillige Steuererklärung kann sich lohnen, wenn Sie als Arbeitnehmer hohe berufliche Ausgaben, sogenannte Werbungskosten haben. Dazu gehört bspw. Ihr zurückgelegter Arbeitsweg. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro. Sind Ihre Ausgaben höher, könnten Sie ohne Steuererklärung Geld verschenken. Angenommen Ihr einfacher Arbeitsweg beträgt 15 km, mit einer Entfernungspauschale von 30ct pro Kilometer und 230 Arbeitstagen im Jahr, können Sie bereits 1035 Euro an Fahrtkosten als Werbungskosten angeben. Bei weiteren Ausgaben, zum Beispiel Arbeitskleidung u.a. steigen Ihre absetzbaren Werbungskosten weiter an.

Auch die Beiträge für viele Versicherungen können im Regelfall als Sonderausgaben oder als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abgesetzt werden. Das gleiche gilt auch für die Kirchensteuer als Sonderausgabe.

Wer hilft mir bei meiner Steuererklärung?

Diese Helfer erleichtern Ihnen den Weg durch den Steuerdschungel:

Steuerprogramme
Steuerprogramme führen Schritt für Schritt durch die verschiedenen Formulare und zeigen an, wie viel Geld Sie voraussichtlich zurückbekommen. Diese gibt es mittlerweile nicht nur in Form von Downloads und CDs, auch Webdienste bieten Hilfe bei der Steuererklärung an. Einige Beispiele finden Sie hier.

Vorausgefüllte Steuererklärung
Daten, die den Finanzämtern und Sozialversicherungsämtern vorliegen, können automatisch in die vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt) integriert werden. Dazu gehören die Lohnbescheinigung des Arbeitgebers, Rentenbezugsmitteilungen, Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen sowie Riester- und Rürup-Renten. Sie müssen die Daten dann nur noch auf Richtigkeit kontrollieren und mit einer elektronischen Unterschrift bestätigen. Voraussetzung ist, dass Sie sich beim Elster-Online-Portal registrieren.

Lohnsteuerhilfe-Vereine
Lohnsteuerhilfe-Vereine helfen Mitgliedern bei der Steuererklärung. Die Mitgliedsbeiträge richten sich nach der Höhe des Jahreseinkommens.

Steuerberater
Bei komplexeren Steuererklärungen sowie bei gewerblichen und selbstständigen Einkünften kann es nützlich sein, einen professionellen Steuerberater hinzuzuziehen.

Wir wünschen gutes Gelingen bei Ihrer Steuererklärung!

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