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Ferienzeit ist Reisezeit: Die beliebtesten Betrugsmaschen

von • 19.07.2018 • Allgemein, TippsComments (0)775

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Zur Lebenszeit des deutschen Dichters Matthias Claudius (1740-1815), von dem dieses Zitat stammt, war Reisen noch wesentlich beschwerlicher. Ohnehin konnten es sich meist nur Wohlhabende oder Gebildete leisten.
Zwar ist unsere Welt schon längst zu einem globalen Dorf geschrumpft. Trotzdem ist zu allen Zeiten das Reisen an sich immer für ein Abenteuer gut. Heute lauern zwar keine Wegelagerer und Strauchdiebe mehr am Wegesrand. Der gute alte Taschendieb ist jedoch auch in der Gegenwart länderübergreifend unterwegs. Von Ländern mit hoher Kriminalität und Gefährdungslagen mal abgesehen, oft haben wir es mit diversen Betrugsmaschen, Kostenfallen oder blanker Abzocke zu tun. Dank der vielfältigen Möglichkeiten sich zu informieren, lassen sich Gefahren und Ärgernisse jedoch minimieren.

Einige Fallstricke und Tipps haben wir für Sie zusammengestellt:

Abzocke bei den Fahrtkosten
An Bahnhöfen und Flughäfen sammeln sich viele Taxen und warten auf reisemüde Urlauber. Die netten Fahrer bieten oft an, für einen Festpreis zur Unterkunft zu fahren. Ups – gerade ging das Taxameter kaputt. Als besonders empfindlich gelten die Taxameter in Südamerika. Die funktionieren selten. Vorsichtig sein! Im Zweifel ist der vermeintlich günstige Festpreis deutlich teurer als der Fahrpreis nach Taxameter.

  • Tipp:  Am besten, Sie informieren sich vor der Abfahrt über die offiziellen, lizenzierten Taxiunternehmen vor Ort. Weigert sich der Lenker mit Taxameter zu fahren, sollten Sie sich ein anderes Taxi suchen. Auf jeden Fall sollten Sie vor Fahrtantritt den Fahrpreis verhandeln.

Aber auch wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen, ist Aufmerksamkeit geboten. Manchmal werden Ihnen bereits am Eingang zur U-Bahn oder an Busbahnhöfen ganz besonders günstige Fahrscheine angeboten. Sie können davon ausgehen, dass Sie mit so einem Fahrschein bei einer Fahrkartenkontrolle Ärger bekommen. Eine üble Abzocke passiert oft am Ticketautomaten der Pariser Metro. Vermeintlich hilfsbereite Menschen, die wie Bahnmitarbeiter aussehen, bieten Ihnen Hilfe beim Ziehen der Tickets an. Meist zahlen sie diese mit Karte und lassen sich von Ihnen das Geld in bar zurückgeben. Statt eines Mehrtagestickets bekommen Sie für Ihr Geld am Ende einen Einzel- oder Kinderfahrschein. Für Ortsunkundige sind diese kaum voneinander zu unterscheiden, weil Preis und Fahrscheinart nicht auf dem Ticket stehen.

  • Tipp: Lassen Sie sich gar nicht erst ansprechen bzw. lehnen Sie dankend ab und erwerben Sie Tickets lieber am Schalter.

Abzocke bei der Unterkunft
Sie haben ein traumhaftes Feriendomizil gemietet – der Preis war fair und die Anzahlung ist bereits vom Konto abgebucht? Vor Ort kommt dann das Entsetzen: Ihre Unterkunft ist eine Bruchbude, vielleicht unbewohnbar oder existiert schlicht nicht. Oft behaupten auch Taxifahrer, Ihr Hotel wäre überbelegt und bringen sie freundlicherweise zu einer Alternative. Diese ist dann garantiert teurer und der Taxifahrer dürfte eine Provision bekommen.

  • Tipp: Schauen Sie sich die Bewertungen der Unterkunft im Buchungsportalen oder in Foren an. Finden Sie nichts, kann auch ein kurzer Anruf bei der örtlichen Tourismus-Organisation beruhigen. Auch ein Blick auf die Immobilie in einer Satellitenkarte im Internet (z. B.Google Maps, Bing) schadet nicht. Rufen Sie kurz vor Reiseantritt Ihr Hotel an und lassen Sie sich Ihre Reservierung noch mal bestätigen. Hegen Sie generell ein gesundes Misstrauen: Klingt ein Angebot zu schön, um wahr zu sein? Dann ist vermutlich tatsächlich der Wurm drin.

Unterwegs vor Ort
Schauen Sie sich Mietwagen oder Zweiräder vorher genau an. Dokumentieren Sie eventuelle Schäden. Beachten Sie auch, dass die Verträge im Ausland ggf. nur in der Landessprache vorliegen – Ihre Unterschrift darauf ist aber trotzdem bindend.

  • Tipp: Entspannter und sicherer buchen Sie von zu Hause aus: Die Verträge sind auf Deutsch und auch bei der Versicherung kann man in Ruhe die beste Variante aussuchen. Geben Sie den Wagen immer vollgetankt zurück. Die Spritpreise der Autovermietung liegen deutlich über dem, was Sie an der Tankstelle zahlen.

Viele Menschen in Urlaubsländern leben vom Tourismus und sind ehrlich. Trotzdem gibt es schwarze Schafe. Oft genug werden Touristen irgendwo im Niemandsland abgesetzt, von dem Sie nur gegen viel Geld zurückkommen. Oder sie landen vor einem Souvenirshop mit agressiven Verkäufern.

  • Tipp: Buchen Sie Ausflüge und Touren mit Reiseführer bei offiziellen Stellen oder bitten Sie im Hotel um Unterstützung. Benutzen Sie einheimische Verkehrsmittel wie Tuk Tuks oder Rikschas, treten Sie bestimmt auf und lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein.

Blumen, nein danke und Schuhe putzen auch nicht
Kennen Sie das? Sie laufen durch die Stadt oder sitzen im Restaurant und bekommen plötzlich ungefragt ein Blümchen in die Hand gedrückt. Wenn Sie es zurückgeben wollen, wird der vermeintliche Schenker sauer und will Geld. Selbst wenn Sie netterweise einen Obolus zahlen wollen – Sie haben es bei der Gelegenheit oft mit Langfingern zu tun, die dann unbemerkt ins Portemonnaie greifen.

  • Tipp: Nehmen Sie die Blume nicht an und sagen Sie deutlich Nein. Werden Sie notfalls laut, das schreckt ab. Lassen Sie sich generell nicht nötigen etwas zu kaufen, was Sie nicht haben wollen.

Ähnliches gibt es bei den fliegenden Schuhputzern. Da rollt Ihnen eine Bürste vor die Füße und Sie heben diese ganz freundlich auf. Zum Dank werden Ihnen flugs mal die Schuhe geputzt, danach jedoch die Hand aufgehalten. Verweigern Sie das Geld, gibt es möglicherweise im Hintergrund Kumpane, die richtig Ärger machen. Wie bei den Blumen – solche Situationen besser von vornherein vermeiden.

Abzocke rund ums Geld
Dank Kreditkarten kommt man ohne Scheine und Münzen mittlerweile selbst an entlegenen Orten gut klar. Plastikgeld hat viele Vorteile: Sie brauchen weniger Bargeld, können ggf. betrügerische Umsätze nach Ihrem Urlaub reklamieren und bei einem Verlust die Karte sofort sperren lassen.

  • Tipp: Achten Sie beim Bezahlen mit Kreditkarte darauf, dass der Verkäufer Ihre Karte nicht mit in einen Nebenraum nimmt. Wenn Sie am Automaten Geld abheben, schauen Sie kurz nach Kameras oder ob das Tastaturfeld für die PIN-Eingabe ggf. aufgesetzt wurde. Passen Sie auf, dass niemand in der Nähe herumsteht, der Ihren Pin-Code ausspionieren kann oder Ihnen Hilfe beim Abheben anbietet. Gehen Sie möglichst zu zweit, mit Partner oder Freunden, an den Automaten.

Gebührenschneiderei droht im Ausland beim Geldabheben am Automaten sowie beim bargeldlosen Bezahlen in Geschäften und Tankstellen. Dahinter steht das Umrechnungsverfahren namens „Dynamic Currency Conversion“, kurz DCC. Hier wird eine sofortige Umrechnung in Euro angeboten, die deutlich teurer ist als der gegenwärtige Wechselkurs zur Landeswährung.

Beliebt ist auch, Touristen um Wechselgeld zu bitten. Ist Ihnen die Währung des Landes fremd, sind Sie mit den Scheinen nicht vertraut und können schnell betrogen werden. Auch den schnellen Griff des Ganoven in die Geldbörse werden Sie entweder nicht bemerken und wenn, der Ganove rennt garantiert schneller als Sie.

  • Tipp: Sicherheit geht vor und Sie sollten in einer solchen Situation einfach mal nicht hilfsbereit sein.

Teure Urlaubsfotos
Dass man nicht ungefragt fremde Menschen fotografiert, wissen die meisten. Unbeschwerte Urlaubsfotos, die man gern mit Freunden über soziale Netzwerke teilt, dagegen ist doch nichts einzuwenden? So einfach ist das nicht und kann zuweilen teuer werden. Bei manchen Sehenswürdigkeiten gilt ein generelles Fotoverbot. Bei anderen gilt: Fotografieren ja, Veröffentlichen nein. In Russland z. B. droht eine Geldstrafe für das Fotografieren öffentlicher Gebäude – so auch auf dem Roten Platz in Moskau. Wer sich dabei erwischen lässt, in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan zu fotografieren, dem droht sogar der Verlust der Kamera.

  • Tipp: Informieren Sie sich am besten vorher, ob es beim Fotografieren im Urlaubsland oder von bestimmten Sehenswürdigkeiten irgendwelche Einschränkungen gibt. Die Rechtslage ist in den Ländern unterschiedlich und nicht überall gilt die sogenannte Panoramafreiheit oder „Passanten-Perspektive“ wie in Deutschland. Unterlassen Sie im Zweifelsfall lieber das Posten der Fotos in sozialen Netzwerken.

Zum Schluss ein paar generelle Empfehlungen:

  • Informieren Sie sich vor dem Urlaub über die Gepflogenheiten und Verbote vor Ort.
  • Vorsicht vor Taschendiebstählen: Verstauen Sie Ihre Wertsachen sicher und nicht im obersten Fach des Rucksacks. Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie sie gerade brauchen und stecken Sie Ihre Karten in verschiedene Taschen – oder lassen Sie gleich eine Karte im Hotelsafe. Auch für Ihr Handy ist die Hosentasche nicht der sicherste Ort.
  • Falls Sie jemand Unbekanntes anspricht, seien Sie einfach aufmerksam auch bei allzu aufdringlichen Angeboten wie Gruppenfotos zu machen.
  • Halten Sie nicht jeden Urlaubsflirt mit Einheimischen für die Liebe Ihres Lebens, von der später oftmals Bitten um Geld folgen.
  • Achten Sie im Ausland besonders darauf, wo und wie Sie im Internet surfen und beschränken Sie den Online-Zugang auf das absolut Notwendige. Selbst kostenpflichtige Hotel-WLANs sind nicht immer sicher verschlüsselt.
  • Beugen Sie für den Notfall vor: Kopieren Sie Ihre Ausweispapiere und nehmen Sie wichtige Telefonnummern mit. Sollte irgendetwas mit Ihren Karten sein, rufen Sie jederzeit die +49 116 116.
  • Überprüfen Sie, ob Sie über den passenden Versicherungsschutz im Ausland verfügen. Welche Policen Sie brauchen, finden Sie hier:

So und jetzt kann Ihre Reise beginnen. Abenteuerlich wird sie nur in dem Sinne, wie spannend es ist, neue Menschen, Länder und Kulturen kennenzulernen. Viele Spaß dabei und erholen Sie sich gut.

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