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Kennen Sie die Fakten zum Siegerpokal der Fußball-Weltmeister?

von • 13.06.2018 • Allgemein, TippsComments (0)285

Der bekannteste Pokal der Welt ist der FIFA WM-Pokal™. Bei der Fußballweltmeisterschaft 1974 kam er erstmalig zum Einsatz. Als erster Spieler der deutschen Sieger-Elf hielt ihn Franz Beckenbauer in den Händen. Wenn die Fußballweltmeisterschaft beginnt, geht es Spielern und Fans nur um eines: Sie, die goldglänzende Trophäe, zu gewinnen.

Hochkarätige Schönheit
Das Objekt der Begierde ist innen hohl, 36,8 cm hoch und wiegt 6,175 Kilo. Rund fünf Kilogramm des Pokals bestehen aus 18-karätigem Gold. Das restliche Gewicht steuert der Sockel mit einem Umfang von 13 cm bei, den zwei grüne Malachit-Ringe verzieren. Genau genommen ist der Pokal kein Pokal, weil man aus ihm nicht trinken kann. Eigentlich ist er eine Skulptur. Ihr Materialwert liegt in Abhängigkeit vom Goldpreis weit über 100.000 Euro. Der ideelle Wert des Gipfels allen Fußballglücks ist nicht zu beziffern.

Platz für Gravuren nur bis 2030
Auf der Unterseite des Pokals sind alle Weltmeister seit 1974 eingraviert. Schätzungen gehen davon aus, der Platz dafür reicht nur noch bis 2030. Was dann kommt – ein neuer Pokal? Wer weiß.

Siegerpose als Zeichen des Glücks
Wie es sich für eine weltmeisterliche Trophäe gehört, stellt der Pokal eine Siegerpose dar. Die Skulptur formt sich aus den spiralförmig nach oben strebenden Körpern zweier Athleten, die im Jubel die Hände ausstrecken. In diesen halten sie die Weltkugel, die gleichsam zwischen ihren Händen rotiert. Das Motiv soll das Glück über den Sieg, die Dynamik des Sports und das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Mannschaftssportart symbolisieren.

Die meisterlichen Macher des Pokals
Designer Silvio Gazzaniga aus Mailand hat die kostbare Schönheit 1971 kreiert. Der sportliche Titel des Weltmeisters wird durch seine Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes handgreiflich.

Gazzaniga arbeitete Anfang der Siebziger Jahre als künstlerischer Berater für die Mailänder Gold- und Silberschmiedewerkstatt GDE Bertoni aus Paderno. Das Unternehmen hatte schon 1960 die Medaillen für die Olympischen Spiele in Rom produziert. Es zeichnet auch für weitere Fußball-Pokale wie den UEFA Super Cup und den Afrika-Cup verantwortlich. 1970 beteiligte es sich mit Gazzanigas Modell an der Ausschreibung des Fußball-Weltverbandes für die neue WM-Trophäe – und gewann.

Seitdem wird das gute Stück in regelmäßigen Abständen in der Fabrikhalle in Paderno restauriert. 2005 wurde es generalüberholt. Teile der Malachit-Ringe waren brüchig und der Goldglanz stumpf geworden. Das passiert mit der Zeit, wenn die Trophäe in der Nacht der Nächte so sehr geliebt, geküsst und umarmt wird.

Nicht anfassen und dem Sieger bleibt eine Kopie
Dabei wird die Goldstatue insgesamt sorgsam behandelt. Lt. FIFA Verbandsvorschriften dürfen nur die Weltmeister und Staatsoberhäupter den Original-Pokal anfassen. Wenn FIFA-Mitarbeiter das Stück mit gebotener Vorsicht transportieren, müssen sie Handschuhe tragen.

Als erster Spieler der Welt durfte Franz Beckenbauer 1974 als Kapitän der deutschen Elf am 7. Juli 1974 im Münchner Olympiastadion nach dem Finalsieg gegen die Niederlande Hand an den neuen Pokal legen.

Die Trophäe wird zwar zur Siegerehrung überreicht, mit nach Hause nehmen die Gewinner jedoch eine vergoldete Replik aus Bronze. Das Original steht in Zürich im Tresor des FIFA World Football Museums und wird nur zu besonderen Gelegenheiten gezeigt. Nach den früheren Regeln des Fußball-Weltverbandes blieb das Original als Wanderpokal jeweils vier Jahre im Besitz des amtierenden Weltmeisters. Dieser erhielt erst danach seine vergoldete Kopie.

Vorgänger und Langfinger
Die Regeländerung zur Aufbewahrung war wohl auch dem Schicksal des Vorgängermodells geschuldet. Von 1930-1970 bekamen Fußball-Weltmeister eine goldene Statue, die der griechischen Siegesgöttin Nike nachempfunden war. Der einstige französische Fifa-Präsident Jules Rimet fungierte ehrenhalber als Namensgeber für den „Coupe Jules Rimet“.

Zu jeder Weltmeisterschaft lebt die Geschichte vom gestohlenen Pokal im Mutterland des Fußballs wieder auf. Der Jule-Rimet wurde im Vorfeld der WM 1966 in England aus der Ausstellung der Londoner Westminster Hall gestohlen. Der Helden-Hund Pickles hat ihn wiedergefunden. Die ganze Story finden Sie hier.

1970 war dieser Jules-Rimet gemäß den alten Verbandsstatuten endgültig in den Besitz des brasilianischen Fußballverbandes übergegangen. Denn die Brasilianer hatten 1970 zum 3. Mal – nach 1958 und 1962 – den Titel gewonnen. 1983 dann klauten Diebe den Pokal aus der Verbandszentrale in Rio de Janeiro und schmolzen ihn sofort ein. Dass sie unwiederbringlich Fußball-Geschichte zerstörten, interessierte sie vermutlich nicht. Den Langfingern ging es wohl darum, Gold zu Geld machen.

Schätze besser versichern lassen
Eine der besonderen Gelegenheiten, wo man die Trophäe aus nächster Nähe bewundern kann, ist die FIFA World Cup™ Trophy Tour von Coca-Cola, die kürzlich zu Ende ging. Das Schätzchen hat auf seiner Tour quer durch Russland und die Welt mehr als 172.000 Km zurückgelegt. Dafür war es mit 230.000 Dollar versichert.

Nachbildungen des Pokals kann man kaufen. Nur eine einzige Privatperson hat eine offizielle Replik des FIFA WM-Pokals™ zu Hause. Der deutsche Unternehmer Rolf Deyhle bekam die Nachbildung Ende der 70er Jahre geschenkt. Er hatte das FIFA Logo entworfen und war mitverantwortlich für die weltweite Vermarktung der Turniere.

Wer selbst zu Hause Pokale stehen hat, hat sich diese durch besondere Leistungen erkämpft. Den Materialwert ersetzt bei Verlust oder Beschädigung in der Regel die Hausratversicherung. Wer ganz besonders edle Stücke, z. B. aus Edelmetall oder verziert mit Edelsteinen, besitzt, sollte vorsichtshalber mit seinem Versicherer abklären, ob für deren Wert die vertraglichen Deckungssummen ausreichen oder angepasst werden müssen. Gleiches gilt für Münzen und andere wertvolle Stücke.

Freuen wir uns also auf vergnügliche und spannende Fußball-Wochen bis wir am 15. Juli wissen, wer in diesem Jahr die goldene Trophäe jubelnd in die Höhe hält.

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