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Ein Mann ist keine Altersvorsorge

von • 08.03.2018 • Allgemein, TippsComments (0)829

Für Frauen sollte es heute selbstverständlich sein, ihr Leben lang finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. Das gilt auch und gerade für die Zeit nach dem Erwerbsleben. Denn Altersarmut in Deutschland ist immer noch weiblich. Der Grund liegt im deutschen Rentensystem. Die Rente spiegelt das Arbeitsleben – wer viel eingezahlt hat, bekommt viel heraus. Und die wenigsten Frauen passen in das Korsett des idealen, statistischen Eckrentners.

Folgende Faktoren ruinieren weibliche Renten:

  • Geringere Erwerbsbeteiligung: Noch immer ist die Quote berufstätiger Frauen etwas niedriger als die der Männer.

  • Häufige und längere Erwerbsunterbrechungen: Hier schlagen Kinderbetreuungszeiten oder die Pflege von Angehörigen zu negativ Buche.

  • Hohe Teilzeitquote: Frauen arbeiten häufiger Teilzeit als Männer – das gilt insbesondere für Mütter. Auch eine garantierte Rückkehr von vorübergehender Teilzeit in Vollzeit ist noch nicht gesetzlich verankert.

  • Geringfügige Beschäftigung: Überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten in Minijobs ohne Sozialversicherungspflicht und Rentenversicherung.

  • Geringerer Verdienst: Zum einen sind typische Frauenberufe meist im Bereich Pflege, Erziehung und Soziales angesiedelt. Diese Tätigkeiten werden vergleichsweise gering entlohnt. Zum anderen verdienen Frauen in vielen Berufen bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit immer noch ca. 6 Prozent weniger als Männer. Diese Lohnlücke ist der sogenannte bereinigte Gender Pay Gap, den das statistische Bundesamt alle vier Jahre erhebt – zuletzt 2014.

Die Folge ist die Rentenlücke

Aus der Einkommenslücke resultiert eine Rentenlücke zwischen den Geschlechtern. Diese heißt Gender Pension Gap. Der Unterschied beträgt nach Angaben der Bundesregierung rund 53 Prozent (2015). Die Alterseinkünfte von Männern aus gesetzlicher Rente, ggf. Betriebsrente und privater Altersvorsorge sind also mehr als doppelt so hoch wie die von Frauen. In Ostdeutschland ist der Wert etwas niedriger. Die Rentenlücke verringert sich von Jahr zu Jahr sukzessive. Dennoch gehen Experten davon aus, dass sie erst in einigen Jahrzehnten – wenn überhaupt – vollkommen verschwunden ist.

Ein Mann ist keine Altersvorsorge

Erwerbsverläufe sind von persönlichen Wünschen und Faktoren geprägt. Hinzu kommen gemeinsam getroffene Entscheidungen als Paar und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Vielen Frauen mangelt es noch am Problembewusstsein für ihre potentielle Rentensituation. Auf den Faktor gut verdienender (Ehe)partner als Versorger sollte sich Frau lieber nicht verlassen. Gerade Scheidungen/Trennungen oder ein früher Tod des Partners bergen erhebliche Risiken, arm zu werden.

Selber aktiv werden

Für Frauen ist es besonders wichtig, vor allem die gesetzliche Rente zu stärken. Deshalb müssen sie Fragen klären wie: Wer kümmert sich wie lange um Kinder und Haushalt? Wie soll der finanzielle Ausgleich aussehen, den derjenige bekommt, der zu Hause bleibt? Wie lässt sich der Erziehungsurlaub aufteilen, damit Ausfallzeiten gering bleiben? Bei traditionellen Rollenverteilungen und nicht verheirateten Eltern ist es zudem wichtig, rechtliche Vorkehrungen zu treffen und Unterhaltsfragen zu regeln. Die Finanzexpertin und Autorin Helma Sick hat die Klärung solcher Fragen mal so betitelt: „Lieber jetzt unromantisch als später arm!“

Flexibel vorsorgen

Möglichst frühzeitig sollte Frau anfangen, sich eine Zusatzrente aufzubauen. Auch wenn das anfangs nur mit kleinen Beiträgen möglich ist. Das kann eine Form der Betriebsrente oder eine private Altersvorsorge sein. Zudem fördert der Staat mit der Riester-Rente die private Altersvorsorge mit Zulagen. Sparerinnen erhalten die Zulagen und Steuervorteile auch während der Elternzeit und bei Teilzeitjobs.

Altersvorsorge auch bei geringem Einkommen

Vor allem Geringverdienende und Alleinerziehende können beim besten Willen nicht noch monatlich Geld fürs Alter abzwacken. Mit neuen gesetzlichen Regelungen seit 1. Januar 2018 will der Gesetzgeber hier helfen. So erhalten Arbeitgeber z. B. Steuererleichterungen, wenn sie Geringverdiener beim Aufbau einer Betriebsrente unterstützen. Außerdem wurde die Grundzulage für die Riesterrente erhöht. Und damit sich private Altersvorsorge auch lohnt – Zusatzrenten werden künftig nicht mehr voll auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Nähere Informationen dazu finden Sie auch im Artikel „Altersvorsorge & Rente – Was ändert sich 2018?

„Hope for the best, prepare fort the worst“, heißt ein englisches Sprichwort. Also auf das Beste hoffen, aber auf das Schlimmste vorbereitet sein. Ist das nicht ein gutes Motto wenn es um die weiblichen Finanzen geht? Rat und Hilfe vom Experten finden Sie übrigens hier.

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