Vorsicht vor Datenkraken im Kinderzimmer!

von • 21.09.2017 • Allgemein, TippsComments (0)553

Das Spielzeug für unsere Kleinsten wird stetig weiterentwickelt und die digitale Technik hat längst Einzug gehalten in den Kinderzimmern. Der neuste Trend sind ‚Smart Toys‘, also intelligentes Spielzeug. Kinder sollen dadurch interaktiv und motiviert, spielerisch neues Wissen erlernen.

Vorteile

Smart Toys können tatsächlich das interaktive Lernen unterstützen und Kindern den Alltag spielerisch erleichtern. Sie können aber noch viel mehr. Zum Beispiel die Eltern unterstützen. Bereits heute gibt es für Babys smarte Schnuller mit denen Eltern die Gesundheit Ihres Kindes besser überwachen können. Diese Schnuller beruhigen das Kind, messen die Temperatur und leiten auffällige Werte sofort via Bluetooth an das Smartphone der Eltern weiter. Entfernt sich das Kind zu weit vom Elternteil, gibt es Modelle, die auch in diesem Fall ein Alarmsignal über das Smartphone an die Eltern senden.

Gefahren

Aber es gibt nicht nur Vorteile dieser neuen Technik, sondern auch eine ganze Reihe von Gefahren, denen sich viele nicht bewusst sind. Denn elektronisches Spielzeug, welches mit dem Internet verbunden ist, kann Ihre und die Privatsphäre Ihres Kindes gefährden. Betrachtet man bspw. den smarten Schnuller genauer, sammelt dieser viele Daten über den Gesundheitszustand des Kindes und speichert diese auf den Servern des Herstellers ab. Schließlich wäre anders eine Auswertung der Daten gar nicht möglich. Allerdings könnte der Hersteller diese sensiblen Daten zukünftig auch anderweitig nutzen und im schlimmsten Fall noch Jahre später weiterverkaufen.

Ein anderes Problem sehen Experten im Bereich der Internetsicherheit. Eigentlich müssten diese Geräte sicher sein, damit Hacker und Unbefugte keinen unerlaubten Zugriff bekommen. Leider wird dies bisher nicht gewährleistet. Datenbanken werden oft falsch oder schlecht konfiguriert, was leichten oder unbeschränkten Zugriff auf dort liegende Daten zulässt. So wurden bspw. die ungenügend gesicherten Kundenprofile eines Herstellers von Lerncomputern Opfer eines erfolgreichen Hackerangriffs. Auch bekannte Hersteller, wie Mattel waren bereits von Sicherheitslücken betroffen.

Eine weitere Gefahrenquelle beleuchtet die Puppe ‚Cayla‘. Kinder konnten sich, dank Mikrofon, Lautsprecher und Internetzugang mit der Puppe interaktiv unterhalten. ‚Cayla‘ wies die gleichen Eigenschaften, wie eine Abhörwanze auf. Jegliche Sprachinformationen wurden auf Servern des Herstellers gesichert. Die Puppe wurde mittlerweile in Deutschland als Abhöranlage eingestuft und durch die Bundesnetzagentur verboten. Ebenfalls kritisch sind Spielzeuge, wie der ‚I-Que Roboter‘, welche über Bluetooth mit dem Smartphone der Eltern gekoppelt sind. Ist diese Verbindung getrennt, kann jeder im Umkreis von 10 Metern auf das Spielzeug mit Mikrofon und Lautsprecher zugreifen, einschließlich Unbefugte und Fremde. Dies kann verheerende Folgen haben.

So können Sie sich und Ihr Kind schützen

Informieren Sie sich vor dem Kauf gründlich, wer der Hersteller ist, was mit Ihren Daten passiert und wo diese abgespeichert werden.

Achten Sie besonders bei Spielekonsolen auf Altersfreigaben.

Vertrauen Sie eher bekannten, namenhaften Herstellern, anstatt unbekannten, billigeren Anbietern. Achten Sie darauf, dass die Ware von einer offiziellen Stelle geprüft ist.

Versetzen Sie die Geräte bei Nichtnutzung in den Offline-Modus.

Geben Sie Ihre persönlichen Daten und die Daten Ihres Kindes nur sparsam an Dritte weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.