Keine Angst vor Freitag dem 13.

von • 12.04.2018 • Allgemein, TippsComments (0)376

Aberglauben speist sich oft aus alten Überlieferungen, viel Fantasie und christlichen Wurzeln. Es war der 13. Tischgenosse, der Jesus verraten hatte und die Kreuzigung fand an einem Freitag statt. Eine andere Theorie besagt, dass die Zahl 13 Unglück bringt, seitdem die letzten 13 Tempelritter lebendig verbrannt wurden, um die Kreuzzüge zu beenden und dies an einem Freitag, dem 13. geschah. So ist auch das Image des „schwarzen Freitags“ in der westlichen Kultur nicht viel besser als das der Zahl 13.

Fallen nun diese beiden Unglücksraben auf einen Tag, beschleicht manche Menschen erst recht ein mulmiges Unbehagen. Einige bleiben vorsichtshalber gleich im Bett, andere spielen kein Lotto oder sind besonders vorsichtig. Die wenigsten Menschen leiden allerdings  an der Angsterkrankung „Paraskavedekatriaphobie“. Sie bezeichnet eine irrationale Furcht vor Freitag, dem 13.

Das Unglückspotential solcher Freitage ist ein Mythos. Und mal ehrlich: Ein dreizehntes Gehalt dürfte noch keiner abgelehnt haben aus Sorge, das Geld bringt Unglück. Außerdem belegen diverse Unfall- und Schadenstatistiken von ADAC und Versicherungsgesellschaften, dass an den Freitagen mit der 13 nicht mehr passiert, als an anderen Tagen auch. Wesentlich schadenträchtiger sind Unwetter. Der letzte große Sturm „Friederike“ zog übrigens an einem Donnerstag durch Deutschland.

Wer an diesem Tag trotzdem einmal Pech hat, den hat vielleicht der Zufall erwischt. Möglich ist auch, er wurde Opfer einer sogenannten SEP (selbsterfüllende Prophezeiung), weil er für diesen Tag einfach etwas Schlechtes erwartet hat. Meist verhält man sich dann so, dass tatsächlich etwas passiert. Es schadet dennoch nichts, vorsichtshalber an diesem Tag so etwas wie Glücksdoping zu betreiben.

Hier einige Glücksbringer-Tipps:

Schornsteinfeger – Schwarze Glücksbringer
Schornsteinfeger sind bekannte Glücksboten. So soll etwas Asche vom Kaminkehrer im Gesicht das Glück herbeirufen. Sie könnten diese z. B. unauffällig in den Augenbrauen verreiben, dann hält sie den ganzen Tag. Schauen Sie also zu, dass Sie einem der Kehrmeister an diesem Tag begegnen und bitten Sie höflich um etwas Ruß. Es ist jedoch davon abzuraten, ihm in luftige Höhen hinterher zu steigen.

Der Ursprung dieses Aberglaubens stammt aus dem Mittelalter, als Häuser leichter und häufiger Feuer fingen als heute. Der Schornsteinfeger schützte durch seine Arbeit die heimischen vier Wände und brachte somit Glück ins Haus. Ohne dem Schornsteinfeger sein Glückspotential abzusprechen, in modernen Zeiten hat auch eine Wohngebäudeversicherung das Potential, zumindest dem Glück im Unglück auf die Sprünge zu helfen, weil Haus und Heim bei Schäden finanziell abgesichert sind.

Klee – Ein echter Glücksbringer
Klee ist als Glücksbringer prädestiniert. Er symbolisiert den Sommer und die Liebe. Wiesen voller Klee galten von Alters her als besonders frisch und fruchtbar. Klee selbst steht als Zeichen von Vitalität. Schon bei den Kelten sollte er böse Zauber abwehren und magische Kräfte verleihen. Im Mittelalter wurde vierblättriger Klee in Kleidung genäht, um Reisende vor Unglück zu bewahren.

Die glücksbringenden Eigenschaften gelten nur für den echten Klee. In unseren Breiten z. B. den Rotklee, auch purpurroter Wiesenklee genannt. Oder den kriechenden Weißklee. Ca. 245 Arten gibt es weltweit. Typischerweise besitzt Trifolium, wie schon der lateinische Gattungsname ausdrückt, nur dreizählig gefingerte Blätter. Eine Laune der Natur bringt selten auch mal glücksbringende vierzählige hervor. Dem Glück lässt sich also mit Fleißarbeit auf allen Vieren nachhelfen. Aber: Klee soll nur Glück bringen, wenn er zufällig gefunden wird.

Der Glücksklee, den es im Töpfchen zu kaufen gibt, ist gar kein Klee. Er wird zwar auch Vierblättriger Sauerklee genannt, gehört jedoch zur Gattung Oxalis und ist mit echtem Klee nicht einmal botanisch verwandt. Hübsch anzuschauen, nettes Mitbringsel – als wirksamer Glücksbringer leider untauglich.

Schweine – Borstige Glücksbringer
Schon die alte Redewendung „Schwein gehabt“ signalisiert das Glückspotential des rosa Paarhufers, selbst wenn man kein Glück erwartet oder verdient hat. Der Ursprung liegt vermutlich bei altdeutschen Schützenfesten, bei denen der schlechteste Schütze als Trostpreis ein Ferkel bekam.

Nach einer anderen Theorie stammt die Redensart aus dem Kartenspiel. Um das 16. Jahrhundert nannte man das As umgangssprachlich auch „Sau“. Wer die höchste Karte (Sau) zog, hatte viel Glück. In Süddeutschland wird das Ass beim Binokel- oder Gaigelspiel auch heute noch „Sau“ genannt.

Darüber hinaus galt das gesellige Borstenvieh in den alten europäischen Kulturen generell als Zeichen von Wohlstand und Glück. Da Schweine anspruchslose Allesfresser sind, wuchs so ein Ferkel im Handumdrehen zu einem großen Schwein mit viel Fleisch heran. Wer ein Schwein besaß, musste selten hungern. Zumal eine Sau pro Wurf zehn und mehr Ferkel auf die Welt bringt und das zwei Mal im Jahr.

Die lebendigen Glücksferkel sind heute symbolischen Glücksbringern aus Marzipan gewichen. Die sind leichter zu handhaben und artgerecht zu halten. Immerhin ein fleischloser Traum aus Zucker und Mandeln, der so oder so glücklich macht.

Freitage, die Dreizehnten gibt es jedes Jahr und das mitunter bis zu 3 Mal. 2018 ist es dann am 13. Juli wieder soweit. Erwarten wir von ihnen das, was sie sein können: Einfach Durchschnitt oder einer der besten Tage im Jahr.

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