Altersvorsorge & Rente – Was ändert sich 2018?

von • 27.12.2017 • Allgemein, TippsComments (0)835

2018 gibt es wichtige Änderungen in den Bereichen Renten und Versicherungen. Insbesondere das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) soll Arbeitnehmer und Arbeitgeber animieren, mehr für die betriebliche Altersversorgung zu tun.

Hier für Sie ein Überblick:

Gesetzliche Rentenversicherung: Beitrag sinkt leicht
Besser als nichts – dank guter Konjunktur und Beschäftigungslage sinkt der Beitragssatz für die gesetzliche Rente leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Im Juli dürfen dann die rund 21 Millionen Rentner mit deutlich mehr Geld rechnen. Erwartet wird ein Rentenplus von etwa drei Prozent. Die endgültige Entscheidung dazu fällt im Frühjahr 2018.

Erwerbsminderungsrente: Wird stufenweise angehoben
Wer ab 2018 eine Erwerbsminderungsrente bezieht, weil er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, bekommt mehr heraus. Bisher werden Betroffene bei der Rente so gestellt, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Diese Grenze wird nun stufenweise bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre angehoben.

Betriebliche Altersvorsorge I: Aufbau auch bei geringerem Einkommen
Arbeitnehmern mit einem Jahreslohn von bis zu 26.400 Euro will der Staat mit Förderung zu einer betrieblichen Altersvorsorge verhelfen. Zahlt der Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn/Gehalt mindestens 240 Euro jährlich in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung ein, erhält er eine staatliche Förderung von 30 Prozent der Summe, maximal 144 Euro. Damit wird für Geringverdiener überhaupt erst eine betriebliche Altersversorgung möglich, weil sie nicht selbst dafür zahlen müssen. Und die vom Arbeitgeber geleisteten Beiträge sind für sie steuerfrei.

Betriebliche Altersvorsorge II: Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen
Damit auch mehr kleine und mittlere Unternehmen Betriebsrenten zahlen, entfällt zum Jahreswechsel die Pflicht zu einer garantierten Leistung, für die der Arbeitgeber haften muss. Eine reine Beitragszusage des Arbeitgebers auf tarifvertraglicher Basis (Sozialpartnermodell) reicht dann aus.

Betriebliche Altersvorsorge III: Mehr Anreize für Arbeitgeber etwas draufzupacken
Der steuerfreie Höchstbetrag für die freiwilligen Beiträge des Arbeitgebers zu einer Direktversicherung, einer Pensionskasse oder zu einem Pensionsfonds steigt deutlich an. Arbeitgeber können ab nächstem Jahr bis zu 6.240 Euro steuerfrei in einen dieser Durchführungswege einbezahlen. Bislang liegt die Grenze bei 4848 Euro.

Betriebliche Altersvorsorge IV: Doppelter Beitrag entfällt
Bisher fielen bei Renten aus einer Riester-geförderten betrieblichen Altersversorgung Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung an. Im Ergebnis kam es zu einer „Doppelverbeitragung“, da bereits die Einzahlungen in diese Riesterrente aus beitragspflichtigem Einkommen stammten. Künftig entfällt deshalb die Beitragspflicht in der Auszahlungsphase. Betriebliche und private Riester-Renten werden nun steuer- und sozialversicherungsrechtlich gleich behandelt.

Zusatzrenten: Nur beschränkte Anrechnung auf die Grundsicherung
Auch für Menschen mit geringem Einkommen lohnt sich ab 2018 das Sparen für die Altersvorsorge mehr. Denn Riester- oder Basisrenten sowie Renten aus der betrieblichen Altersversorgung werden künftig nicht mehr voll auf die Grundsicherung angerechnet. Ab 2018 gilt ein Grundfreibetrag von 100 Euro monatlich, darüber hinaus bleiben 30 Prozent anrechnungsfrei.

Riester-Renten: Zulagen steigen
Für Inhaber eines Riester-Produktes steigt ab 1. Januar die Grundzulage von 154 Euro auf 175 Euro. Die Kinderzulage bleibt unverändert bei 300 Euro für Kinder, die ab 1. Januar 2008 geboren wurden, und 185 Euro für alle davor geborenen Kinder. Um die volle Zulage zu bekommen, müssen Sparer wie bisher mindestens vier Prozent ihres Vorjahreseinkommens in den Vertrag einzahlen – einschließlich der Zulage. Die Höchstfördergrenze liegt für jede förderberechtigte Person bei 2.100 Euro.

Basisrente: Mehr steuerlich absetzbar
Inhaber einer Basisrente („Rürup-Rente“) können 2018 wieder einen größeren Teil ihrer Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Der steuerliche Höchstbetrag zur Rürup-Rente steigt von 23.362 Euro auf 23.712 Euro. Zudem wächst der prozentuale Anteil, den das Finanzamt von den eingezahlten Beiträgen berücksichtigt, von heute 84 auf 86 Prozent.

Fondsgebundene Lebensversicherungen: Neue Steuerregeln
Ab 2018 werden Investmentfonds anders besteuert. Das wirkt sich auch auf fondsgebundene Lebensversicherungen aus. Neu ist, dass deutsche Fonds auf bestimmte Erträge (z.B. Dividenden) 15 Prozent Steuern aus dem Fondsvermögen zahlen müssen. Als Ausgleich für diese steuerliche Vorbelastung von Investmenterträgen wird für die Inhaber von fondsgebundenen Versicherungsverträgen eine Steuerbefreiung eingeführt: Erträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen sind in Höhe von 15 Prozent steuerfrei, sofern sie aus der Fondsanlage stammen. Fondsgebundene Lebensversicherungsverträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden, bleiben steuerfrei.

Für 2018 gilt also:

Viele Wege führen nach Rom oder besser zu einer ausreichenden Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente. Hier finden Sie Ihren Ansprechpartner.

Das könnte Sie auch interessieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.