Akkumythen – von Ladezeiten und Sommerhitze

von • 07.06.2017 • Allgemein, TippsComments (0)527

Unsere Handys haben sich in den letzten Jahren ganz schön weiterentwickelt, heißen mittlerweile Smartphones, sind kleine Allrounder und vernetzen uns bei Bedarf mit der ganzen Welt.

Mit diesen verbesserten Funktionen, wurden ebenfalls Software und Hardware angepasst. Besonders unser Akku ist dabei Freund und Feind zugleich geworden. Hat er früher gut und gerne eine Woche überlebt, bevor er neu geladen werden musste, schafft er es heute, je nach Beanspruchung und Gerät, nicht mal mehr über den Tag.

Aus diesem Grund gibt es bis heute auch noch viele bekannte Tipps und Weisheiten, zu Laufzeitverlängerung und genereller Handhabung des Handy-Akkus. Was jedoch zu den Anfängen durchaus funktioniert haben könnte, ist mittlerweile meist längst überholt und kann Ihrem Smartphone-Akku im schlimmsten Fall sogar schaden!
Wir haben deshalb sieben Akkumythen für Sie unter die Lupe genommen:

1. Der Akku muss vollständig leer sein, bevor man ihn wieder auflädt.

Vielleicht kennen Sie noch den Begriff ‚Memory-Effekt‘? Frühere Akkus, sogenannte Nickel-Cadium-Akkus, konnten sich quasi daran ‚erinnern‘, wieviel Leistung zwischen zwei Ladegängen verbraucht wurde. Wurde das Handy nach 50 Prozent Verbrauch bereits wieder aufgeladen, speicherte das Handy diese Spanne als maximale Leistungskraft ab. Die Akkulaufzeit schrumpfte. Um diesen Effekt zu beheben, konnte man das Handy einmal komplett entladen und wieder aufladen. Die maximale Akkulaufzeit war wieder hergestellt.

Heutzutage werden Lithium-Ionen-Akkus in Smartphones genutzt. Bei dieser Art des Akkus gibt es diesen Effekt nicht. Hier schaden Sie Ihrem Smartphone sogar, wenn Sie es komplett entladen. Um die optimale Akkuleistung zu erhalten, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Smartphone immer zwischen 20 Prozent und 80 Prozent geladen ist. Alles andere kann die Akkulaufzeit langfristig verringern und dem Akku schaden.

2. Die Akku-Leistung lässt sich trainieren.

Die alten Nickel-Cadium-Akkus konnten immer wieder neu kalibriert werden, um die maximale Leistung wieder herzustellen. Umgangssprachlich nannte man das auch ‚trainieren‘. Die Akkus wurden also mehrfach entladen und danach über den Tag komplett aufgeladen.

Bei Lithium-Ionen-Akkus schadet häufiges komplettes Entladen und Aufladen. Einzig beim iPhone hat es den Effekt, dass sich dadurch die Batterieanzeige auf dem Display neu kalibrieren lässt. Damit werden Anzeige und tatsächlicher Akkustand synchronisiert. Die Leistung des Akkus wird aber nicht erhöht.

3. Ein neues Smartphone muss 12 Stunden laden, bevor es erstmalig funktioniert.

Ältere Geräte mussten damals tatsächlich einmalig komplett aufgeladen werden, damit die Akkus ihre maximale Leistungsfähigkeit erreichen konnten. Dafür wurde eine Ladezeit von 12 Stunden empfohlen.

Lithium-Ionen-Akkus werden optimal mit einem zu 60 Prozent geladenem Akku gelagert und verkauft. Also können Sie heute einfach das neue Smartphone aus der Verpackung nehmen und loslegen.

4. Das Smartphone sollte nicht am Rechner geladen werden.

Bei älteren Handys trifft diese Aussage zu, denn der Strom vom Laptop oder Rechner konnte zu stark sein und dem Gerät schaden.
Mittlerweile haben neue Geräte alle eine Ladeelektronik eingebaut, die genau das verhindert. Somit können neue Geräte unbesorgt am Laptop oder Rechner geladen werden.

5. Wer sein Smartphone über Nacht laden lässt, schadet dem Akku.

Diese Aussage stimmt. Die Erklärung ist einfach. Hat ein Akku 100 Prozent erreicht, wird durch die Ladeelektronik der Stromfluss gestoppt. Danach wir der Akku wieder entladen, nämlich auf circa 95 Prozent. Wenn das Gerät noch am Strom hängt, fängt es dann wieder an zu laden. Das setzt sich so fort. Genau dieses ständige Ent- und Aufladen belastet und schädigt auf Dauer den Akku.
Laden Sie Ihr Gerät deshalb nicht über Nacht, sondern nehmen Sie es vom Strom, sobald es aufgeladen ist. Und mit den neuen Schnellladefunktionen müssen Sie dafür auch gar nicht mehr lange warten.

6. Laden Sie den Akku nicht nur teilweise auf, da das schädigend sein kann.

Bei Lithium-Ionen-Akkus ist genau das nicht der Fall. Hier ist sogar von Vorteil für den Akku, wenn er immer zwischen 20 und 80 Prozent geladen ist. Empfohlen werden insbesondere kleinere regelmäßigere Ladezyklen.

7. Zu viel Hitze schadet dem Akku.

Nicht nur zu viel Hitze, sondern auch extreme Kälte schadet dem Akku. Generell gilt es, extreme Temperaturen zu vermeiden. Wer merkt, dass sein Gerät beim Laden heiß wird, sollte es schnell vom Strom nehmen.
Auch im Sommer kann die Akkuleistung durch zu hohe Temperaturen leiden. Je heißer, umso größer der Schaden. Einmal verlorene Leistung kann auch nicht mehr wiederhergestellt werden. Das heißt, auch wenn der Akku volle Leistung anzeigt, heißt das nicht, dass diese auch tatsächlich da ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.